Idstedt sucht einen Gastwirt

Mit überraschendem Inhalt beschäftigte sich die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung: Wenige Tage zuvor hatte der Betreiber der gemeindeeigenen Gaststätte „Zur alten Schule“ den Pachtvertrag gekündigt; ohne eine Folgelösung ist das Haus also ab August leer.
Eigentlich sollte eine Arbeitsgruppe vorstellen, welche Modalitäten einer über das bisherige Maß hinausgehenden Nutzung möglich sind. Stattdessen sah sich das sechsköpfige Gremium mit der neuen Situation überfordert und wollte die Thematik an die Gemeindevertretung zurückgeben. Doch Bürgermeister Erhard Heuseler lehnte ab: „Wir können nicht alle drei Wochen tagen.“ Auch ohne Ladungsfristen und andere Formalien müsse man sich oft und kurzfristig zusammensetzen. „Alle müssen jetzt mithelfen“, appellierte er an die Einwohnerschaft.
Einig waren sich alle, das historische Gebäude in zentraler Lage für ein lebendiges Dorfleben zu erhalten, ohne durch die Verpachtung auf Gewinnerzielung ausgerichtet zu sein. Doch an einem tragfähigen innovativen Konzept müsse man noch arbeiten. Dazu wurden erste Ideen vorgetragen, deren Favorit eindeutig die Neuverpachtung an einen Gastwirt ist. „Dazu müssen wir jetzt in die Puschen kommen“, war der einhellige Tenor.
Das gilt auch für die Anschaffung von Spielgeräten sowie die Erneuerung des Zaunes am Spielplatz. Hierzu stellte Martina Süncksen ein Drehspiel, eine Wippe und einen „Matschtisch“ mit unterer drehbarer Platte vor. Das alles soll mit weiteren „Aufhübsch-Aktionen“ vom 17.-19. Mai jeweils ab 10 Uhr abgearbeitet werden. Den hoffentlich zahlreichen Helfern wird Verpflegung geboten.
Möglichst bald soll sich der Bauausschuss auch mit den Ergebnissen der Inspektion der Regenwasserleitungen beschäftigen. Bürgermeister Erhard Heuseler hätte am liebsten die Kanalsanierung sofort ausschreiben lassen und daraufhin den Auftrag vergeben; denn bei der Filmung war „aus grauer Vorzeit“ ein Parallelkanal mit vielen Schadstellen gefunden worden. Der müsse durch einen „Bypass“ stillgelegt werden.
Weil aber die hierfür nötigen 20.000 Euro nicht in den Haushalt eingestellt sind, wollte eine Mehrheit der Vertreter erst eine gründliche Analyse der Problematik im zuständigen Ausschuss. Dieser wird dann auch darüber befinden, ob eine Sanierung so großzügig dimensioniert wird, dass später einmal ein mögliches neues Baugebiet dort anschließen kann.
Zuvor hatte Gemeindewehrführer Helge Petersen vorgestellt, wie die hohen Investitionen der letzten Jahre die Schlagkraft der auf über 40 Aktive angewachsenen Freiwilligen Feuerwehr erhöht haben. Und Dr. Jan Blanke vom Naturpark Schlei hatte über drei Fördermöglichkeiten für Umwelt und Tourismus berichtet und die Vorgehensweise der Antragstellung erläutert.

 

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