Jürgen Vogt, Dennis Ochss, Monika Behmer, Roland Oszfolk, Holger Behmer, Edgar Petersen, Carola Flor, Manfred Griese (v.li.)



Vereine hatten das Wort

Die Beratungs- und Beschlusspunkte waren in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung schnell abgehakt: Gegen zwei Nein-Stimmen wurde die Elternbeteiligung an der Kindertagesstätte in Böklund moderat angehoben, „weil sie mit 22% sowieso deutlich unter dem landesweit üblichen Satz liegt“, wie Jürgen Paulsen ausführte. Nach zwei stundenlangen Pumpeinsätzen der Feuerwehr müsse dringend etwas geschehen, damit das Oberflächenwasser im Bereich Röhmker Weg/Munkweg ablaufen könne. Vor der neuen Bebauung hätten die Wiesen dort tiefer gelegen. Inzwischen sei großflächig höher gelegt und gepflastert worden, so dass das Wasser stehen bleibe. Weil auch andernorts schwere Fahrzeuge auf Gräben drücken würden, in denen nichts mehr abfließe, „rennt das Wasser uns überall um“, seufzte Bürgermeister Edgar Petersen. Dann aber richteten Vertreter aller Vereine das Wort an die Kommunalpolitiker und zeigten die große Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens im Dorf: Freiwillige Feuerwehr, Angelsportgemeinschaft, Pétanqueclub, DRK, gemischter Chor, Kinderfest-Team, Nikolaus-Club, Sportschützensparte und Schützenverein; auch die Arbeit von Kirchengemeinde und dänischem Kindergarten wurde vorgestellt. Die Feuerwehr hat sich auf 42 Aktive vergrößert sowie in Eigenleistung den Schulungsraum modernisiert und eine eigene Atemschutzwerkstatt eingerichtet. Die 170 Angler umfassende ASG beeindruckt mit sehr guter Jugendarbeit. Der IPC ist mit 82 Mitgliedern der größte Pétanqueclub in Norddeutschland und mit drei Mannschaften in der ganzen Bundesrepublik aktiv. Im DRK-Ortsverband sind die Mitgliederzahlen indes auf nunmehr 69 gesunken. „Leider sind keine jungen Leute für unsere Arbeit zu begeistern“, wünschte sich Vorsitzende Waltraut Clasen mehr Zuspruch. Auch der Nikolaus-Club braucht neue Organisatoren, allerdings nur Eltern kleiner Kinder. Als Verein mit der häufigsten Nutzung der gemeindeeigenen Gaststätte und als größter Kulturträger im Ort präsentierte sich der Chor. Hunderte Mannschaften hatten die zum 440 Mitglieder starken VfL Eiche gehörenden Sportschützen letztes Jahr auf ihren landesweit anerkannt spitzenmäßigen Ständen zu Gast, und der 60 Mitglieder umfassende Schützenverein von 1957 hat als sein Hauptziel die Förderung der Dorfgemeinschaft. Der bis 2020 ausgebuchte Kindergarten pflegt gute Zusammenarbeit mit den Vereinen, und das Elternteam fürs Kinderfest hat die Planung für den 16. Juni schon im Griff. Pastor Marcus Book möchte in diesem Jahr mit der Kommunalgemeinde den Pachtvertrag um das Schützenheim verlängern und die Friedhofssatzung überarbeiten.

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„So sehen Ehrenamtler aus“

Anlässlich einer Sitzung der Gemeindevertretung zeichnete Bürgermeister Edgar Petersen einige Bürgerinnen und Bürger aus, die sich in besonderer Weise für die Gemeinde hervorgetan haben: Den Ehrenteller von Idstedt bekam zunächst Holger Behmer. Er ist Vorsitzender des Schützenvereins von 1957, bei den Sportschützen für die digitale Technik verantwortlich, Feuerwehrmann (dabei viele Jahre Gerätewart), Chorsänger, Mitglied bei den Anglern - vor allem aber seit Gründung des Amtes Südangeln vor elf Jahren örtlicher Redakteur für die Rundschau (ab Juni sucht die Gemeinde für ihn einen Nachfolger) und Leiter des Kulturkreises. Das war seine aufwändigste Arbeit in den vergangenen 18 Jahren. Jeden Monat alle Haushalte schriftlich über alles Gewesene und Anstehende zu informieren, brauche Hilfe vom Recherchieren über Schreiben und Falten bis zum Verteilen. Diese habe Holger Behmer bekommen von seiner Frau Monika sowie von Carola Flor. Der Einsatz dieser drei sei gar nicht hoch genug zu bewerten. Doch damit ist bald Schluss. „Einige Gemeindevertreter haben gesagt, wir würden keinen Kulturkreis neben unserem Kulturausschuss brauchen. Das ist sehr schade“, bedauerte Bürgermeister Petersen die baldige Einstellung dieser Arbeit. Den gemeindlichen Ehrenteller hatte er auch für Manfred Griese mitgebracht. „Ganz viel bei den Sportschützen und in der Gemeinde trägt deine Handschrift. Du drückst dich vor keiner Arbeit“, lobte er ihn. Roland Oszfolk erhielt ein „Flachgeschenk“ vom Bürgermeister. Er schaffte im vergangenen Jahr als erster Sportschütze im Kreisgebiet den Titel eines Deutschen Vizemeisters in der Disziplin Luftgewehr. Seine Teilnahme an der Meisterschaft in Dortmund hatte er auf eigene Kosten finanziert und so den Namen Idstedt bundesweit bekannt gemacht. Kreisweit wird Idstedt dank seiner Freiwilligen Feuerwehr im kommenden Oktober im Mittelpunkt stehen: Jürgen Vogt und Dennis Ochss haben die letztjährige Ausbildungsfahrt der Katastrophenschutzeinheiten um den Henri-Dunant-Pokal gewonnen. Feuerwehr und Gemeinde rüsten sich nun dafür, am 20.10. für möglichst viele Teams aus dem ganzen Kreis gute Gastgeber zu sein. „Seht euch diese Leute an“, rief Bürgermeister Edgar Petersen den zahlreichen Gästen zu. „So sehen Ehrenamtler aus.“

                                                                                                                                     stz