Gemeinde stärkt das Ehrenamt


v.l.: Hans-Wilhelm Clasen, Bürgermeister Edgar Petersen, Heinz Sakautzki mit Frau, Jürgen Schwaß,
Holger Behmer

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung kamen die Vorsitzenden der Vereine zu Wort. Dabei standen einige mit Nachwuchssorgen anderen mit erfolgreicher Jugendarbeit gegenüber.
Jüngere Aktive wünscht sich der 26 Sänger große Chor, der einen Altersdurchschnitt von 67 Jahren hat. Dem „Hauptkulturträger im Ort" (so Bürgermeister Edgar Petersen) bescheinigten alle eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung seit der Verpflichtung von Oliver Brendicke als Chorleiter.
Der DRK-Ortsverein ist in den letzten Jahren von 105 auf 68 Mitglieder geschrumpft. Man freue sich über jeden Neuzugang, warb Vorsitzende Waltraud Clasen. Allerdings seien die monatlichen Spielenachmittage immer gut besucht, und Kuchenspenden aus der Bevölkerung gebe es zu allen Anlässen reichlich.
Um die Feuerwehr als Organ des öffentlichen Rechts einsatzfähig zu halten, müsse die Politik Anreize schaffen für mehr Freiwillige, mahnte Wehrführer Volker Vahlendick an. Und der Bürgermeister ergänzte: Wer ein eigenes Haus habe und deshalb grundsätzlich auf Notfallhilfe der Gemeinde angewiesen sei, müsste eigentlich aktives oder förderndes Mitglied der Feuerwehr sein.
Auch der 60 Mitglieder starke Schützenverein von 1957 braucht Jüngere zur Förderung der Dorfgemeinschaft. Nachwuchs fehlt ebenfalls der 40 Schützen umfassenden Sportschützensparte im VfL Eiche. Hier geht es allerdings weniger um die dörfliche Geselligkeit als vielmehr um Pokale und Medaillen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. Stolz wurden die mit viel Eigenleistung erstellten Schießstände gelobt, die ihresgleichen am nächstgelegenen erst im ostfriesischen Aurich finden. Entsprechend bekannt sei Idstedt deshalb in Norddeutschland.
Keine Nachwuchsprobleme kennt die Angelsportgemeinschaft, unter deren 170 Mitgliedern 45 Jugendliche sind. Das jährlich sehr gut angenommene Sommercamp beweise, wie erfolgreich intensive Jugendarbeit betrieben werde. Auch der Idstedter Pétanque-Club „Smiet weg" hat unter seinen 82 Mitgliedern 14 Jugendliche, die in den letzten drei Jahren bei den Deutschen Meisterschaften jeweils zweite und dritte Plätze belegt haben. Als derzeit größten Wunsch äußerte Vorsitzender Volker Timm eine Halle: 14X9 Meter bei drei Metern Höhe reiche schon aus. „Wer hat so etwas?"
Das Kinderfest-Team hat sich neu aufgestellt und wird jetzt von Manuela Petersen geleitet. Sie dankte Vätern, die Spiele selbst gebaut hätten, sowie den Vereinen für Unterstützung. Gern dürften weitere Helfer mitmachen, die sich bereits am 27. Januar zu einer ersten Besprechung für das am
25. Juni geplante Kinderfest treffen.
Auch der Nikolaus-Club hat mit Astrid Fries und Sarah Czipull eine neue Leitung und natürlich keine Probleme mit Nachwuchs: Kleine Kinder gibt es genug. Das gilt ebenfalls für den dänischen Kindergarten, der mit zehn Krippenkindern und 15 größeren noch Kapazitäten frei hat.
Bürgermeister Edgar Petersen wies darauf hin, dass all diese Vereine ohne ehrenamtliches Engagement nicht funktionieren würden. „Diese freiwillige Leistung unserer Mitbürger müssen wir erhalten. Bedenkt das bei den nächsten Finanzdebatten!" Mit diesem Appell an die Gemeindevertreter deutete er an, dass die geldlichen Zuweisungen an die Vereine nicht gekürzt werden sollten.
In dem Zusammenhang beschenkte er einige Leistungsträger mit einer Ehrengabe der Gemeinde:
Hans Wilhelm Clasen für die Pflege von Denkmal und Wanderwegen, Jürgen Schwaß als „Mister Saubermann" für die Reinhaltung von Feuerwehrhaus, Schützenheim und WC-Anlage am See sowie Holger Behmer für die Monatsschriften des Kulturkreises an alle Haushalte.
Weitere Geschenke bekamen Albert Erichsen für den Winterdienst, Heinz Sakautzki für 26 Jahre immer freundliche Postzustellung, dessen Ehefrau, weil ihr Mann durch „Klönschnack" mit den Kunden oft länger als vorgeschrieben in Idstedt geblieben sei, und selbst seine eigene Ehefrau Monika vergaß Bürgermeister Edgar Petersen nicht: Weil er oft außer Haus sei, müsse sie am Telefon Vieles aushalten, das eigentlich gar nicht ihre Sache sei.
Mit dem einzigen Beschluss dieser Sitzung fügten die Vertreter den vielen Ehrenamtlern einen weiteren hinzu: Sie wählten Heinz Christl als bürgerliches Mitglied in den Bau- und Umweltausschuss.

Hans-Werner Staritz