Mit voller Ausrüstung zum Einsatzort


Bürgermeister Edgar Petersen, Wehrführer Volker Vahlendick und
Gerätewart Holger Behmer (v.li.);
links der „neue“ Zweitwagen vom Typ LF 8
Foto: H.W. Staritz

Die Freiwillige Feuerwehr besitzt mehr Gerätschaften, als im neuen Löschgruppenfahrzeug mit Wassertank verlastet werden konnten. Deshalb hatte die Gemeinde vor einigen Jahren das in Süderfahrenstedt nicht mehr benötigte Tragkraftspritzenfahrzeug übernommen; doch dieser kleine Wagen erwies sich nur als Übergangslösung, weil immer noch beide Gewichtsreserven überschritten waren.
Um den gesetzlichen Bestimmungen zu genügen, beschloss daraufhin der Gemeinderat einstimmig die Anschaffung eines woanders ausrangierten Fahrzeugs der Typklasse LF 8 mit neun Sitzplätzen, Vorbaupumpe, Platz für die eigene mobile Wasserförderpumpe und all die Schläuche und Armaturen, die bisher im Ersteinsatz zurückgelassen wurden. Selbst die für die Landesstraße geeignete Schlauchbrücke rückt jetzt bei Alarm wieder mit aus.
Denn fündig wurde Wehrführer Volker Vahlendick bei seiner bundesweiten Suche südlich von Stuttgart im Ortsteil Entringen der Gemeinde Ammerbuch. Dorthin fuhr er eine Nacht lang mit seinem Gerätewart Holger Behmer auf eigene Kosten und trat nach einem Frühstück im Kameradenkreis im „ausrangierten" Einsatzwagen die Rückreise an. Am späten Abend meldeten sich beide mit Martinshorn im Dorf zurück und wurden von Bürgermeister Edgar Petersen willkommen geheißen.
Dieser freute sich zwar über das Auto, das (so Fahrer Holger Behmer) „läuft wie Schmidts Katze", aber er drückte auch sein Unverständnis darüber aus, dass seine Wehr wochenlang suchen und schließlich bis Baden-Württemberg fahren musste. Denn nur wenige Kilometer entfernt sei im eigenen Amt Südangeln zeitgleich ein baugleiches Fahrzeug verkauft worden, für das Idstedt der höchste Bieter gewesen sei.
Stattdessen sei das mit öffentlichen Zuschüssen finanzierte Auto für weniger Geld an einen Gewerbebetrieb gegeben worden. Hierin sehe er, Edgar Petersen, nicht den Stil guter kommunaler Nachbarschaft. Selber wolle man es besser machen und das jetzt leer gewordene ehemalige Süderfahrenstedter TSF am liebsten an die Bezirksjugendfeuerwehr Böklund geben. Als „Hausnummer" wurden in dem Zusammenhang etwa 400 Euro für jede der beteiligten acht Gemeinden genannt.
Sollten keine diesbezüglichen Signale von dort kommen, verfahre man so, wie man selbst habe handeln müssen, nämlich bundesweit.

Hans-Werner Staritz